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University of Ghana und der University of Cape Coast in Ghana

Seit 2011 stehen Lehrende und Studierende der Leibniz Universität Hannover in engem Austausch mit der School of Performing Arts der University of Ghana bzw. dem Department of Theatre and Film Studies der University of Cape Coast (UCC). Die ghanaischen Partnerhochschulen bieten attraktive Ergänzungen zum deutschen Curriculum in den Feldern Playwriting, Theatre for Development, Directing, Drama in Education, Stage Design, Theatre Criticism, Costume Construction, Choreography, Dance in Education and Dance Ethnology.

Im Oktober 2016 fand ein ghanaisch-deutsche Arbeitstagung an den Universitäten in Hildesheim und Hannover statt unter dem Titel „Performative Arts in Ghana and Germany”, an der Lehrende und Studierenden der beteiligten Institute sowie die NGO-Vertreter Ute Handwerg (BAG) und Johnson Kefoume (Theatre for a social change) teilnahmen. Im Mittelpunkt stand die Diskussion aktueller Entwicklungen im Theater und der Theaterpädagogik in beiden Ländern (Theatre for Development). Die Tagung wurde eröffnet durch ein Grußwort von Prof. Dr. Wolfgang Schneider (UNESCO-Chair Development for the Arts) und einen keynote-Vortrag der Leiterin der Dresdner Bürgerbühne Miriam Tscholl.

Aus diesen persönlich, fachlich und institutionell gewachsenen Arbeitsbeziehungen heraus entwickelten Elolo Gharbin von der University of Cape Coast und Dr. Ole Hruschka als Vertreter der Leibniz Universität Hannover die Idee zu einem Theaterprojekt: „Traces of Colonialism” bietet sechs ghanaischen und sechs deutschen Studierenden der Theaterpädagogik die Möglichkeit, sich auf die Spuren der Kolonialgeschichte – in beiden Ländern – zu begeben. Es geht darum, neue Perspektiven auf das gemeinsame koloniale Erbe zu entwickeln, das in beiden Ländern noch immer verschwiegen oder marginalisiert wird. Die soziale Kunst des Theaters dient dabei als Medium der Erinnerung sowie als Ort der transkulturellen Begegnung in der Gegenwart.

Zeitlich und räumlich gliedert sich das Projekt in zwei Phasen: eine erste Recherchephase ‚vor Ortʻ in Ghana, bei der sich die Gruppe konstituiert (13.- 23.10.2017) – und eine zweite Phase in Deutschland, in der es vor allem darum geht, eine szenische Präsentationsform zu finden. Ergebnisse werden im Rahmen des Theaterfestival 40 Ways to Make the World More Attractive – Jugend spielt für Jugend international am jungen Schauspiel Hannover aufgeführt und reflektiert (18.-22.6.2018). Das Projekt verfolgt einen forschenden, produktionsorientierten Ansatz und orientiert sich an folgenden Leitfragen:

• Was macht der Blick in die Vergangenheit mit uns? Inwiefern prägt der vermeintlich ferne Kolonialismus die Wirklichkeit noch heute?

• Welche neuen persönlichen Haltungen und Einsichten bringen die historische Spurensuche und der internationale Austausch hervor?

• Wie lassen sich die Rechercheergebnisse in einer Aufführung präsentieren?